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Vortrag: Seehunde und Kegelrobben im Wattenmeer - von der Prähistorie bis zur Gegenwart
Kegelrobben auf der Razende Bol

Das Wattenmeerhaus lädt herzlich ein, am Donnerstag, den 11.02.2010, um 19.30 Uhr gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Reijnders, (Institut für Marine Ressourcen & Ökosystem-Forschung, Abteilung Ökologie, Texel, Niederlande) das Leben der Seehunde und Kegelrobben zu erkunden. Der Vortrag ist Teil der gemeinsamen Vortragsreihe vom Wattenmeerhaus, Wattenmeersekretariat und der Nationalparkverwaltung.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist ein wichtiger Lebensraum für Seehunde und Kegelrobben. Die häufigste Art ist der Seehund, dessen Populationsgröße im dänisch -deutsch- niederländischen Wattenmeer auf 32.000 Tiere geschätzt wird. Die Anzahl der Kegelrobben ist weit geringer: Im Jahr 2009 wurden im Wattenmeer fast 2.800 Tiere gezählt. Die beiden Arten gehören schon sehr lange zur einheimischen Tierwelt des Wattenmeeres. Durch fossile Robbenüberreste aus Siedlungen (datiert von 6000 – 500 v.Chr.) wird belegt, dass in der Jungsteinzeit und Bronzezeit die Kegelrobbe die häufigste Art war. Allmählich hat sich im frühen Mittelalter das Verhältnis der beiden Arten geändert und hielt sich mengenmäßig etwa die Waage. Seit Ende des Mittelalters (um 1500) ist die Kegelrobbe nahezu aus dem Wattenmeer verschwunden, wohingegen der Seehund blieb. Im vergangenen Jahrhundert wiesen beide Arten starke Fluktuationen auf. Die Seehundpopulation ging in der ersten Hälfte sehr stark zurück, stieg dann an und war in 1988 und 2002 von zwei katastrophalen Einbrüchen (Seehundstaupe-Epidemien) betroffen. Trotz starker Dezimierung erholten sich die Bestände sehr erfolgreich mit Wachstumsraten, die fast nirgendwo sonst bei dieser Art gefunden werden. Die Kegelrobbe besiedelte ab Anfang der achtziger Jahre erneut das Wattenmeer und die Kolonien zeigen derzeit ebenfalls einen starken Zuwachs.

In dem Vortrag werden zunächst die Unterschiede in der Biologie und der Jahreszyklus der beiden Arten beleuchtet. Danach wird auf die Ursachen eingegangen, die den starken Fluktuationen im Vorkommen der Arten, von der Prähistorie bis zur Gegenwart, zu Grunde liegen. Die Jagd ist dabei ein gravierender Faktor gewesen. Für beide Arten werden unter Einbeziehung geographischer Unterschiede und menschlicher Nutzung sowie die daraus resultierenden Konflikte, Einzelheiten über Zuwachs, Rückgang und Verbreitung gegeben.

Weitere Informationen unter: Telefon: 04421-910733

 

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