Was auf dem linken Bild anmutet wie eine Arktis-Expedition, ist eine Impression von einer vorweihnachtlichen Wattwanderung. Wind und Strömung haben die Eisschollen im Norderneyer Inselwatt zusammengeschoben.
Zu seinen Füßen entdeckte Onno K. Gent, Wattläufer und Fotograf aus Neuwesteel, zahlreiche Würmer (Bild rechts). Rainer Borcherding, Biologe der Schutzstation Wattenmeer, bestätigte seine Vermutung: Es handelt sich um Bäumchenröhrenwürmer. Üblicherweise sieht man von ihnen nur die kunstvoll aus Sand zusammengeklebten Röhren an der Wattoberfläche, durch die sie ihre Tentakel stecken. Die Tiere sind frostempfindlich und es ist typisch, dass sie bei Frost absterben. Dass erfrierende Tiere mit letzter Kraft noch aus dem Boden kommen, wird auch bei Herzmuscheln beobachtet.
Der massenhafte Wintertod ist jedoch nicht Besorgnis erregend. Werden und Vergehen sind Teil der Natur. Es kann allerdings bis zu 2 Jahre dauern, bis die Flächen wieder mit Bäumchenröhrenwürmern besiedelt sind: Die Schwimmlarven setzen sich bevorzugt an den Röhren älterer Exemplare fest, und dafür muss erst einmal der "Grundstock" da sein.
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