Mit ihren vielfältigen Dünenlandschaften, den Salzwiesen des Wester- und Ostergroens und der ausgedehnten, sich natürlich entwickelnden Ostplate ist die Insel Spiekeroog ein Glanzpunkt im Nationalparkgebiet für den Ablauf natürlicher Prozesse und den Erhalt herausragender biologischer Vielfalt. Seit langem ist sich die Inselgemeinde ihrer Verantwortung für dieses Kleinod bewusst. Der Erhalt des traditionellen Ortsbildes, der bewusste Verzicht auf einen Flugplatz und auf motorgetriebenen Fahrzeugverkehr sind eindrucksvolle Ziele eines weitsichtigen touristischen Konzeptes der Inselgemeinde. Das besondere Selbstverständnis Spiekeroogs verbindet sich vortrefflich mit den Schutzzielen des Nationalparks und schafft ideale Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse zum Erhalt des Natur- und Kulturerbes der Insel. Diese Partnerschaft wurde jetzt auch formal besiegelt: Bürgermeister Bernd Fiegenheim und Nationalpark-Leiter Peter Südbeck unterzeichneten einen Kooperationsvertrag zwischen Inselgemeinde und Nationalparkverwaltung. Damit ist Spiekeroog die erste Gemeinde im Nationalpark, die eine solche partnerschaftliche Zusammenarbeit vertraglich bekräftigt.
"Spiekeroog verkörpert in besonderem Maße eine junge, dynamische Insel", hob Südbeck hervor. "Die natürliche Dynamik der Ostplate ist einzigartig. Beim Schutz dieses Naturraumes eng zusammenzuarbeiten, ist vorbildlich für den gesamten Nationalpark".
Mit dem Vertrag verbunden sind gemeinsame Zielvereinbarungen und Arbeitsprogramme, die in 2jährigem Turnus festgelegt werden. Dazu zählt u. a., in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Wittbülten die Möglichkeiten des Naturerlebens behutsam und den Schutz von Natur und Landschaft kontinuierlich zu verbessern, sich gegenseitig bei organisatorischen und logistischen Fragen zu unterstützen und eine gemeinsame Außendarstellung zu pflegen.
Erste gemeinsame Schritte sind der Rückbau des "Alten Anlegers", dessen Betreten immer wieder zu Störungen von Brutvögeln führt; der Rückbau von Stacheldrahtzäunen im Heller, zum Schutz von Kornweihe und Sumpfohreule, die sich im Draht verfangen können; Abstimmung des Umfangs der Pferdebeweidung unter besonderer Berücksichtigung der Erhaltungsziele des Nationalparks als EU-Vogelschutzgebiet; der Schutz aktueller Kegelrobben-Wurfplätze und die Öffentlichkeitsinformation "Hunde an die Leine". Informationen über den Nationalpark und zertifizierte Nationalpark-Führungen sollen verstärkt in Infobroschüren der Kurverwaltung verbreitet und die Fähren mit Infotafeln ausgestattet werden.
Zu den gemeinsamen Vorhaben gehört auch die Öffentlichkeitskampagne "Biologische Vielfalt in Niedersachsen". Im Rahmen der Symbolartenaktion des Landes Niedersachsen hat sich die Gemeinde Spiekeroog für die Stranddistel entschieden. Nationalparkverwaltung und Gemeinde arbeiten bei der weiteren Ausgestaltung der Aktivitäten Spiekeroogs eng zusammen. So wurde vor der Vertragsunterzeichnung gemeinsam mit Swaantje Fock, Geschäftsführerin des Umweltzentrums Wittbülten, eine Infotafel über die Stranddistel enthüllt.
"Wir möchten unsere bisher schon gute Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung des Vertrages auch nach Außen dokumentieren" so Bürgermeister Fiegenheim, "wir haben gemeinsame Ziele, die Erhaltung der einmaligen Spiekerooger Naturlandschaft dient der Bewahrung unseres Lebensraumes".